
100 Jahre SVL - Die Geschichte
Im Bereich des Deutschen Sportbundes (DSB) bilden rund 2,8 Millionen ehrenamtliche Mitarbeiter - davon 1,2 Millionen Übungsleiter/innen - die Säulen der 86.000 Vereine. So hatte
es zumindest die Gesellschaft und Freizeit Mitte der 90er Jahre errechnet. Doch es wurden immer weniger, wie auch angesichts mühsam besetzter Vorstandspositionen deutlich abzulesen war. Da machte
auch die Gemeinde Lemwerder mit ihren Vereinen keine Ausnahme.
Genau diese Tatsache veranlasste die schon seit Beginn der achtziger Jahre bestehende Fraktion der Fusions-Befürworter Anfang 1996 zu konkreten Schritten. Folglich wurden der Lemwerder Turnverein
(LTV) Turnverein Altenesch (TVA), Fußballclub Rotweiß Lemwerder (RWL) und Tennisclub Lemwerder (TCL) zu einer ersten "Roundtable-Konferenz" eingeladen.
Zukunftssicherung - diese Vokabel zog sich wie ein roter Faden durch alle Beratungen. In einer Zeit abnehmender Bereitschaft zum Ehrenamt ist die Hinwendung zur mehr Professionalität und die Bündelung
aller Kräfte notwendig, so die Devise der Beteiligten. Die Zergliederung fand vor allem bei Neubürgern in der Gemeinde keine Akzeptanz, sie interessierten sich nämlich nicht für die "historischen
Hintergründe" des Splittings. Und noch ein ganz wesentlicher Aspekt wurde bei den Beratungen bedacht: Kinder und Jugendliche, die mehrere Sportarten betreiben wollen, belasten durch die verschiedenen
Vereinsbeiträge die private Haushaltskasse gleich mehrfach. Zudem wurde ein Wechsel der Sportart durch die notwendigen Aus- und Eintrittsformalitäten unnötig kompliziert.
Nach den erfolgreichen Verhandlungen zwischen den Vorständen des LTV, TVA, RWL und TCL sollten die jeweiligen Vereinsmitglieder "grünes Licht" für die Verschmelzungsverträge geben.
Doch die Mitglieder des Lemwerder TV votierten am 22. Juni 1999 mit 95 zu 91 Stimmen gegen die Fusion. Deswegen präsentierten lediglich die Repräsentanten des TVA, RWL und TCL am 26. Juni 2000 auf
einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Öffentlichkeit. Schließlich wurde der Zusammenschluss seitens der Mitglieder des TV Altenesch, FC Rotweiß Lemwerder und TC Lemwerder auf einer Versammlung
am 7. Dezember 2000 in der Begegnungsstätte Lemwerder ohne Gegenstimme besiegelt.
Im Verlauf der ersten zwei Jahre zeigte sich allerdings, dass weiterhin gravierende Neuerungen notwendig waren um die Weichen noch eindeutiger Richtung Zukunftssicherung zu stellen. Denn ein Verein
mit inzwischen über 1200 Mitgliedern konnte nicht mehr vom Wohnzimmer des Vorsitzenden aus geführt werden. Die stark anwachsenden Verwaltungsaufgaben machten den Einsatz moderner Kommunikationsmittel
unumgänglich. Regelmäßige Informationsmöglichkeiten für Mitglieder und Übungsleiterinnen/Übungsleiter mussten gewährleistet sein. Mit der Homepage, dem "SVL-Info" und der Geschäftsstelle wurde ein
erster Ansatz geschafft. Um innerhalb der Führungscrew noch effektiver arbeiten zu können, gab es auch im personellen Bereich einschneidende Modifikationen.
- 1904 Gründung des Turnvereins Altenesch (TVA)
- 1946 Gründung des VfL Lemwerder (Zusammenschluß des ehemaligen Lemwerder TV und der Freien Turnerschaft Lemwerder)
- 1952 Gründung des Fußballclubs Rotweiß Aumund durch Abspaltung der Fußballabteilung des VfL Lemwerder
- 1981 Gründung des Tennisclubs Lemwerder (TCL) durch Abspaltung aus der Tennisabteilung des Lemwerder TV
- 1984 Umbenennung des FC Rotweiß Aumund in FC Rotweiß Lemwerder
- 1996 Beginn der Fusionsverhandlungen zwischen dem TV Altenesch, FC Rotweiß Lemwerder, TC Lemwerder und Lemwerder TV
- 1999 Ablehnung der Fusion durch die Mitglieder des Lemwerder TV
- 2000 Fusions-Zustimmung seitens der Mitglieder des TV Altenesch, FC Rotweiß Lemwerder und TC Lemwerder
- 2001 Eröffnung der Geschäftsstelle in der Stedinger Straße 25
- 2003 Weichenstellung durch Satzungsänderungen
- 2004 Der SV Lemwerder feiert sein 100-jähriges Bestehen
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